Die Bürgermeisterin, 1985 bis 1990

Logo von Luckow-Petershagen Ende der 80er Jahre.
Logo von Luckow-Petershagen Ende der 80er Jahre.

Von 1985 bis 1990 war Friederike Böhlcke hauptamtliche Bürgermeisterin von Luckow-Petershagen. Seit 1973 gehören die beiden Dörfer zusammen.

Eigentlich stammt Friederike Böhlcke aus Riesa. Sie wollte immer Sportlehrerin werden, was sie dann auch wurde. Nach dem Studium in Potsdam wurde sie nach Casekow an die Schule geschickt. So war das damals als Absolvent, man wurde dahin geschickt, wo man gebraucht wurde. Friederike Böhlcke heiratete 1983 in Luckow. Die Leute waren nett zu ihr, obwohl sie eine Zugezogene war. Der damalige Bürgermeister Scheffler fragte sie irgendwann, ob sie das Amt übernehmen möchte. Sie war noch jung, wollte etwas bewegen und so sagte sie zu. Also Bürgermeisterin.
Friederike Böhlcke erzählt, dass sie als Bürgermeisterin viele Aufgaben hatte. Sie musste für die Bürger da sein, für ihre Probleme und Anliegen. Sie zahlte die Rente aus, damals noch in bar. Da kam sie gut ins Gespräch mit den Rentnern, und bekam mit, wo der Schuh drückte und wo sie helfen konnte. Sie war auch für die Kohlenkarten zuständig. Für jeden Haushalt gab es Kohlenkarten, darauf stand wie viel verbilligte Kohle jeder Familie zustand. Wer mehr brauchte, musste teurer dazukaufen.

Vieles konnte die neue Bürgermeisterin aber auch in Eigeninitiative schaffen, z.B. einen neuen Weg von der Kirche bis zum Ortsende in Richtung Wartin.

In Petershagen wurde der Kindergarten ausgebaut. Dafür mussten die Dorfbewohner das Material selbst beschaffen. Eine Firma aus Schwedt übernahm die Arbeiten an den Wochenenden. Wie heute so damals: Gute Beziehungen waren wichtig. Leider hat sich der Aufwand kaum gelohnt, bald nach der Wende wurde der Kindergarten geschlossen.
Die Bürgermeisterin hatte damals schon dafür gekämpft, dass die Seen ausgebaggert werden. Doch umsonst, es war kein Geld dafür da.

Im Juni 1989 hat sie eine große Feier mitorganisiert: 700 Jahre Petershagen und 740 Jahre Luckow. Drei Tage lang feierten die beiden Dörfer mit Sportangeln, Frühschoppen, Tanz, Preisskat und einem umfangreichen Programm der Konzert- und Gastspieldirektion (so steht es im Programm-Heft).

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