Eine Luckower Familie

Drei alte Männer vor einem Haus.
Der Mann auf der rechten Seite ist Ferdinand Peuse, Vater von Frieda Helwig und erste Generation der Familie auf diesem Hof.

Robert Helwig aus Petershagen hat am 17. November 1919 seine Frau Frieda, geb. Peuse, aus Luckow im Standesamt Blumberg geheiratet. Er hat immer erzählt, dass es schwierig war, dorthin zu kommen, weil es meterhohen Schnee gab. Die Feier fand zu Hause statt, in einem kleinen Zimmer. Die ganze Familie bewohnte die rechte Seite eines alten Fachwerkhauses, um 1860 gebaut, in der Dorfmitte von Luckow. Zwei kleine Zimmer, ein kleiner Stall aus Feldsteinen und eine Scheune. Die Scheune war neu, die alte war 1911 bei dem großen Kirchenbrand abgebrannt.

Schließlich zog die junge Familie nach Berlin Lichtenberg. Die Eltern von Frieda Helwig, Ferdinand und Auguste Peuse, sowie die Geschwister blieben in Luckow. Robert Helwig arbeitete bei der Bahn. Anfang der 20er Jahre wurde er arbeitslos. Die von Hand bedienten Bremssysteme der Waggons wurden umgestellt. Bis dahin wurden Züge von Hand gebremst. In jedem Wagen saß ein Bremser, bei entsprechenden Signalen des Zugführers wurde in jedem Waggon eine Handbremse bedient. Doch nun gab es Druckluftbremsen (Knorr-Bremsen). Jetzt wurden die Wagen zentral und direkt vom Fahrzeugführer gesteuert. Die Bremser wurden überflüssig. Robert Helwig war einer von ihnen.

Familie Helwig zog zurück nach Luckow und das war auch gut so, denn der Hof brauchte dringend Verstärkung. Die Helwigs waren sogenannte Kleinbauern, die noch Land dazu gepachtet hatten. Damals hat die ganze Familie mit angepackt: Großeltern, Eltern, Geschwister und Kinder.

Robert Helwig hatte auch einen Kohlehandel betrieben. Mit seinem Fuhrwerk holte er die Kohle vom Bahnhof in Casekow. Das ganz Dorf bestellte bei ihm.

Die Familie Helwig war nicht reich, aber es ging ihr gut. Sie hatte alles, was sie brauchte, sogar Gerätschaften fast so gut wie die der Großbauern – vom Dreschkasten bis zu allem, was sie so auf dem Feld brauchten.

Eigentlich wollte Robert Helwig das alte Fachwerkhaus neu aufbauen. Er hatte schon richtungsweise Ideen. Es sollte ein Torhaus werden, das Gebäude also mit dem Tor verbunden, wie es oft in Penkun gebaut wurde. 1939 sollte es losgehen. Doch dann kam der Krieg. Das Haus steht heute noch.

Die Familie nach der Tabakernte
Das Haus von Familie Helwig.
Das Haus von Familie Helwig.

Drei Menschen haben ein Ferkel auf dem Arm.

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