
Seit dem 1. Juli 1908 ist Otto Kube der Lehrer in der Schule in Luckow. Davor war er bereits für viele Jahre Lehrer in Sommersdorf.
Gleich nach seinem Amtsantritt in Luckow hat Otto Kube eine Schulchronik begonnen, die eigentlich schon seit 1872 nach preußischen Bestimmungen Pflicht gewesen wäre. Darin erfahren wir sehr viel über die Schule und über Luckow und seine Menschen.
Die Familie des Lehrers stammt aus Luckow, eine der 18 Großbauerfamilien. Das Familienhaus gibt es heute nicht mehr, es stand auf dem heutigen Fußballfeld.
Otto Kube hatte bis zu 70 Kindern zu unterrichten, von der ersten bis zur achten Klasse. Bis 1931 war die Schülerzahl auf maximal 60 begrenzt. Im März 1931 aber hatte er bereits 68 Schüler. Otto Kube hoffte, ein zweiter Lehrer würde ihn unterstützen. Doch da wurde die Anzahl Schüler für einen Lehrer aufgrund von Sparmaßnahmen auf 70 erhöht. Unterrichtet wurde vor allem: Lesen, Schreiben, Religion, Rechnen und Gesang.
Otto Kube war nicht nur der Lehrer, er war auch der Küster. Er bereitete die Gottesdienste vor, sang bei einer Trauung, spielte die Orgel, läutete die Kirchenglocke, bereitete Taufen vor oder schrieb eine Totenpredigt.
Das Schulhaus (der spätere Konsum) befand sich gleich neben der Kirche, dort wohnte auch der Lehrer. Es gab einen Stall und eine Scheune, doch die wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.
1915 musste Otto Kube auch in Petershagen den Schul- und Kirchendienst übernehmen, da der dortige Lehrer zum Militärdienst einberufen wurde. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend war er in Luckow; Montag, Mittwoch und Freitag in Petershagen. Dann wurde auch der Lehrer in Schönfeld eingezogen, so dass er auch dort vertreten musste. Am 25. Juni 1915 erhielt auch Otto Kube seine Einberufung. Der Ortsschulinspektor hatte für ihn allerdings eine sogenannte Unabkömmlichkeitserklärung bei der Königlichen Regierung eingereicht, so dass Otto Kube erst einmal verschont blieb, in den Krieg zu ziehen. Im März wurde Otto Kube erneut einberufen. Er kam zur einem Artillerie Regiment, das ihn bis nach Italien führte. Er blieb am Leben. Eine Verfügung der Regierung bestimmte, dass er im Februar 1918 wieder den Schuldienst in Luckow übernehmen sollte.
Die Schulzeiten waren natürlich an das bäuerliche Leben angepasst. Im Sommer und Herbst gab es lange Ferien, damit die Kinder bei der Ernte mithelfen konnten.
Ab 1934 wurden die Sommer- und Herbstferien vereinheitlicht. Bis dahin hatte der regionale Schulvorstand stets Vorschläge, bzw. Wünsche eingereicht, die dann auch in der Regel genehmigt worden sind.
Von Mai bis Oktober gab es die sogenannte Sommerschule. Ober- und Mittelstufe hatten von 6 bis 9 Uhr Unterricht, die Unterstufe von 9:30 bis 12 Uhr. Es gab viel zu tun auf den Feldern und in den Ställen.
1932 wurde das Schul- und Kirchenamt getrennt. Wie jede Trennung, war auch diese nicht ganz einfach. Immerhin hatte auch in Luckow die Kirche die Schule gebaut und bezahlt.
Am 24. Dezember 1938 starb Otto Kube. Sein Grab befindet sich auf dem Luckower Kirchhof. Mehr als 30 Jahre war er der Lehrer in Luckow.

